Vergiftungserscheinungen beim Koi und Ihre Ursachen

Vergiftungen und deren Folgen sind vielseitig.

 

 

1. Lageveränderungen: Schlagseite, Seitenlage, Rückenlage.

 

2. Bewegungsanomalie: Stilliegen, Taumeln, Springen, erhöhte Atemfrequenz, schräglage and der Wasseroberfläche, im Kreis schwimmen.

 

3. Reaktionen: Zuckungen, Berührungsüber- oder sehr offt Unterempfindlichkeit.

 

4. Veränderungen: Hautreizungen und Vervfärbungen der Flossen oder Kiemen und Glotzaugen.

Vergiftungen lassen sich mit chemischen Methoden nicht immer nachweisen. Hier verfährt man meist so, daß der zu prüfende Giftstoff, z.B. gelber oder schwarzer Gummischlauch aus dem Koiteich in sauberes Wasser gelegt, der Koi mit in das Gefäß gesetzt wird und deren Verhalten beobachtet wird. Auch der sogenannte D.-m.-Test ist gebräuchlich, bei dem an Stelle von Koi, der Wasserfloh als Testobjekt dient. Die Aufnahme der Giftstoffe erfolgt zumeist über die Kiemen und teils über die Haut. Die Giftwirkung einer chemischen Verbindung hängt von deren Konzentration und Einwirkungsdauer, der Aufnahmemöglichkeit durch den Organismus sowie der Wirkungs- und Ausscheidungsweise ab. Es gibt reversible und irreversible Vergiftungen. Die Giftwirkung kann örtlich begrenzt bleiben oder nach Resorption der toxischen Substanz in das Blut gelangen. Die Aufnahme durch den Koi hängt von der Wasser- und der Lipidlöslichkeit der Substanz und von Zellmembran- gesteuerten Adsorptions- und Diffusionsvorgängen ab. Aufnahmeforten des Fischorganismus sind Kiemen, Haut , Verdauungstrakt und Wunden. Die Aufnahme durch Kiemen ist meist vorherrschend. Die Ausscheidung von Giften erfolgt auch über die Kiemen, Haut, Niere und Darm. Speicherung kann bei Lipidlöslichkeit des Toxikons in den körpereigenen Fettdepots erfolgen. Eine Neutralisierung von Giften durch körpereigene Mechanismen ist möglich. Vergiftungen können akut, subakut und chronisch verlaufen. Die individuelle Giftempfindlichkeit ist variabel. Fische sind giftempfindlicher als Säugetiere. Innerhalb der Fische sind Koi, Störe und Bachforellen sehr empfindlich. Nach anfänglicher Unruhe, Gleichgewichtsstörungen und Ataxien führt die akute irreversible Vergiftung zum Tod der Koi.

 

 Giftquelle und Gifte im Teich:

 

1. Zement (oder mehrmals abwaschen, nimmt mehrere Wochen in Anspruch) *

 

2. Ungeeignete Farben und Lacke ****

 

3. Kupfer *****

4. schwarzer und gelber Gummischlauch ***

 

5. Isoliermittel, z.B. ungeeignete Vergußmassen ( Phenol) **

 

6. Medikamente, bei Überdosierungen kommt es nicht selten zu Glotzaugen oder Kiemenschäden die meistens tötlich ausgehen.

 

7. Pflanzen wie Tuja, Trompentenbaum

 

8. Nicht zu vergessen, die Stickstoffverbindungen, Abbauprodukte des Eiweißes (Futterreste, faulende Pflanzen, Exkremente) *****

Die wichtigsten Stickstoffverbindungen sind Ammoniak, Nitrite, Nitrate und Harnstoff. Die untersten Grenzbereiche der Giftwirkung liegen für:

Nitrat: bei 100 - 400 mg/L

Nitrit: bei 10 - 20 mg/L

Ammoniak: bei 0,2 - 0,5 mg/L

 

 

 

Die am häufigsten, auftretenden Vergiftungen sind mit 5 Sternen max. gekennzeichnet

 

 

Wir hoffen Ihnen als Koi - Liebhaber damit etwas weiter geholfen zu haben.

 

 

Manfred Marx

 

 

 

 

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