Wasserparameter

 

Karbonathärte (KH)

Das Karbonatpuffersystem ist das wichtigste Puffersystem im Wasser.

Ein Maß für die Pufferkapazität des Teichwassers ist der KH-Wert. Wenn das Wasser ausreichend Pufferkapazität hat, bleibt der PH-Wert im Teich stabiler.

Die Pufferwirkung des Teiches wirkt diesen Veränderungen entgegen, indem sie diese Säuren die durch Abbauprodukte der Bakterien, Urin der Fische etc. entstehen, aufnimmt und auf diese Weise dem natürlichen Absinken des pH-Wertes entgegenwirkt.
Der KH-Wert sollte regelmäßig überprüft werden, da die Pufferkapazität nach einer gewissen Zeit zur Neige geht. Der KH-Wert wird in °dKH (Grad deutsche Carbonathärte) gemessen und sollte mindestens 4° dH betragen, einen KH Wert zwischen 6° und 8° dH ist Ideal.
Durch vorsichtiges aufkalken (z.B. Gartenkalk, Gips oder Calciumhydroxid) oder den Einsatz von Korallenbruch im Netz in den Filter eingehängt, o.Ä. lässt sich der KH-Wert stabilisieren.
Teiche mit übermäßigem Algenwachstum, können starken PH- Schwankungen, sogar innerhalb eines Tages unterliegen. Wobei am Morgen meist niedrige und Abends hohe PH-Werte gemessen werden. Deshalb bei Problemen, immer Morgens und Abends den PH messen. Ist der KH-Wert ausreichend hoch, lassen sich diese Schwankungen verhindern.
Wenn es lange Zeit ausgiebig Regnet, ist es angebracht, den PH-Wert zu kontrollieren.


Gesamthärte (GH)

Das Maß für die Wasserhärte ist die Gesamtsumme der im Wasser gelösten Mineralien (als wichtigste nenne ich Magnesium, Kalzium, Strontium und Barium) Ob das Wasser hart oder weich ist, hängt von der Menge der im Wasser gelösten Mineralien ab. Je mehr Mineralien im Wasser vorhanden sind, umso härter ist es.

Der Wert sollte regelmäßig überprüft werden, da die Lebewesen im Teich die Mineralien verbrauchen. Wenn das Wasser zu weich ist, können die biologischen Prozesse nur eingeschränkt stattfinden und im Teich beginnt eine Stagnation. Deshalb ist die Wasserhärte wichtig für den Gartenteich.

Die Wasserhärte wird in °dKH (Grad deutsche Gesamthärte) gemessen, und sollte nicht 8° dH fallen, damit die biologischen Prozesse des Teiches nicht zum Stillstand kommen. 10 bis 15° dH währen Ideal.



Säuregrad (PH)

Der PH-Wert zeigt das Säure-Basen-Verhältnis des Teichwassers an. Dieser kann einen Wert zwischen 1 und 14 annehmen. Ein pH-Wert von 7,0 zeigt neutrale Verhältnisse an, bei denen sich die Säure und Laugen ausgleichen. Extrem saures Wasser hat den PH Wert von 1, extrem basisches Wasser den pH-Wert 14. In beiden Fällen ist kein Leben mehr möglich.
Im Idealfall sollte der Wert zwischen 7 und 8 liegen, und nur geringe Schwankungen aufweisen um bei den Fischen keinen Stress zu verursachen.
Unter 5,5 und über 9,5 könne Koi auf Dauer nicht überleben! Kurzzeitige Werte in diesen Bereichen könne sie zwar überleben, dauerhafte Schädigungen z.B. an den Kiemen sind nicht ausgeschlossen.
Bei bepflanzten Teichen, ist der pH-Wert am Morgen am niedrigsten, da die Teichpflanzen nachts Sauerstoff aufnehmen und CO2 an das Wasser abgeben, am Abend, ist er am höchsten da die Pflanzen tagsüber CO2 aufnehmen und Sauerstoff an das Wasser abgeben. Wird das Teichwasser stark Belüftet, (das kann auch im Filter sein) wird CO2 aus dem Wasser ausgetrieben und der PH-Wert steigt dadurch an.
Da sich der PH-Wert durch Regenwasser oder beim WW mit Leitungswasser verändern kann, sollte regelmäßig der PH-Wert getestet werden.


Ammonium/Ammoniak

Fische geben Ammoniak (NH3) über die Kiemen und den Urin an das Wasser ab. Durch Kot oder Futterreste sind Eiweiße im Teich vorhanden. Diese werden durch verschiedene Bakterien und Mikroorganismen zu Ammonium (NH4) umgesetzt. Während Ammoniak giftig für Fische ist, weil es den pH-Wert des Blutes erhöht, ist Ammonium relativ ungiftig.
Bei pH-Werten unter 7 liegt praktisch kein Ammoniak vor. Bei einem pH-Wert knapp über 8 liegen Ammonium und Ammoniak in etwa im Verhältnis 1:1 vor. Je höher der PH-Wert steigt je größer ist die Gefahr einer Ammoniakvergiftung. Wobei sich die Fische dabei über die Kiemen selbst vergiften.

Durch Bakterien der Gattung Nitrosomonas wird Ammonium zu Nitrit umgewandelt.
Vorsicht sollte man immer dann walten lassen, wenn nicht genügend Filterbakterien vorhanden sind. Diese Situation kann bei Neubesatz mit mehreren Fischen entstehen, da dann mehr gefüttert wird, die Bakterien sich aber der neuen Situation noch nicht angepasst (sprich Vermehrt) haben. Bei einer Neuanlage haben wir das selbe Problem, also bitte mit wenig Futter anfangen (auch wenn es schwer fällt),dann langsam die Mengen erhöhen. Es ist noch kein Koi verhungert, aber schon viele an Ammoniakvergiftungen eingegangen.

Der Ammoniakwert im Teich sollte zu jeder Zeit 0 mg/l betragen. Liegt der Ammoniakwert bei 0,2 mg/l sollten Bakterien zugefügt werden, gleichzeitig sollte für eine zusätzliche Sauerstoffanreicherung (Luftpumpe, SK) gesorgt werden. Bei Werten ab 0,2 mg/l tritt akute Lebensgefahr ein. Dann muss schnellst möglich Wasser ausgetauscht werden. Je nach Wert sollte bis zu 50% getauscht werden, und bis sich die Werte im normalen Bereich (0 mg/l) befinden, die Fütterung auf ein Minimum begrenzt oder sogar eingestellt werden.
Bitte auch die anderen Wasserwerte dabei nicht aus den Augen verlieren, besonders Nitrit.

Nitrit

Ammonium/Ammoniak werden mittels Bakterien aus der Nitrobacter -Gattung in Nitrit umgewandelt.

Nitrit ist weniger giftig als Ammoniak, trotzdem ist es für Fische hochgiftig. Es wird anstelle von Sauerstoff an die roten Blutkörperchen gebunden, weshalb die Fische Sauerstoffmangel-Symptome zeigen.
Ein Fischteich sollte niemals Nitrit enthalten, der Nitritwert sollte zu jeder Zeit 0 mg/l betragen. Enthält ein Teich Nitrit, ist das Verhältnis Bakterien/Futter /Fisch gestört. In einem gesunden, nicht überbesetzten, mit gut dimensionierten Filter ausgestatteten Koiteich dürften keine Probleme mit Nitrit auftauchen.
Zur schnellen Abhilfe bei Werten ab 0,2 bis 0,5 mg/l oder höher, sollte man wie beim Ammoniak WW machen, auch können Bakterien zugefügt und der Filter/Teich mit Sauerstoff versorgt werden.

Wenn Nitrit im Teich nachweisbar ist, sollte man sich generell über seinen Teich und seinen Besatz Gedanken machen. insbesondere der Sauerstoffgehalt, der pH-Wert und der Ammoniakgehalt sollten dann auch überprüft werden.

Nitrat

Durch das Füttern der Fische, die Stoffwechselprodukte der Fische und allen sonstigen Einträgen in den Teich (Staub, Blätter, etc.), entstehen wenn die Nitrosomonas und Nitrobacter- Bakterien ihre Arbeit verrichtet haben, am Ende Nitrat.
Im Gegensatz zu Nitrit, können Fische sehr große Mengen an Nitrat vertragen, wie viel das hängt von der Fischart ab. Aus Fliesgewässern stammende Fische eher weniger als aus stehenden Gewässern. Nitrat ist ein Nährstoff für Pflanzen, zu denen auch die Algen gehören. Je mehr Nitrat im Wasser vorhanden ist, desto mehr wachsen auch die Algen.
Das die Fadenalgen in Koiteichen so unglaublich Wachsen, liegt daran, das viele Fische auf wenig Wasser mit wenig bis gar keinen Wasserpflanzen gehalten werden.
Das sind Stoffe von denen sich Pflanzen ernähren, da wir aber in unseren Koiteichen in der Regel zu wenig Pflanzen haben, (genug sind meinen Meinung nach ca. die dreifache m² Fläche des eigentlichen Koiteichs zu dem die Fische keinen Zugang haben sollten, wer hat schon diese Möglichkeiten) sind das für die Algen die besten Grundlagen für „prächtiges Wachstum“.
Wasserwechsel kann die Situation verbessern, da mit dem Altwasser Nitrat, Phosphat entfernt werden.
Leider ist unser Leitungswasser sehr oft mit der zulässigen Menge von 50mg pro Liter belastet, so das der Wasserwechsel (denn man trotzdem Wöchentlich machen sollte) im Bezug der Nahrungslimitierung für die Algen nicht viel bringt.
Fazit: ein Teich mit viel Wasser, einer entsprechenden Menge an Wasserpflanzen, wenige der Teichgröße angepasste Menge an Fischen, wöchentlichen 10-20% Wasserwechsel wird mit aller Wahrscheinlichkeit auch ein geringes Algenwachstum haben. Aber wer hat das schon, die Wirklichkeit zeigt eher das Gegenteil.
Bei starkem Fadenalgenwachstum, wird nachts von den Algen der Sauerstoff verbraucht, das hat schon des Öfteren zu Fischsterben geführt. Also Wichtig!, bei starkem Algenwachstum für ausreichend Sauerstoffzufuhr sorgen!

Technische Finessen wie Ein Nitratreaktor oder Phosphatentferner gibt es zwar sind allerdings sehr teuer im Unterhalt.




Phosphat

Phosphat kommt mit dem Fischfutter in den Teich.
Das Leitungswasser kann evtl. auch phosphathaltig sein. Wasserpflanzen nehmen Phosphat als Dünger auf. Geringer Koi- Besatz und kräftiger Pflanzenwuchs ist eine gute Voraussetzung für einen geringen Phosphatgehalt im Wasser. Ansonsten siehe Nitrat/Algen.
Ein Problem, das sowohl durch Nitrat aber auch Phosphat das sich in großen Mengen im Teich angesammelt hat entsteht ist das schlechte Wachstum der Fische.
Eine Möglichkeit dem entgegenzuwirken, sind die Faktoren:
Temperatur ab 22°, reichlich ausgewogenes Futter, ab einer gewissen Länge Potenzial der Elterntiere und sauberes fischgerechtes Wasser.

Wenn ich sauberes fischgerechtes Wasser sage, meine ich ein durch WW, UVC oder Ozon keimreduziertes, von Nitrat und Phosphat weitestgehend befreites Wasser.

Nichts anderes passiert in den Mudponds, so komisch sich das anhört. Nur das dort im Verhältnis zur Wassermenge wenige Koi eingesetzt sind, dazu kommt das sich so ein großer Teich (See) durch die gleichen Abläufe die bei uns in den Filtern ablaufen inklusive eines Pflanzenwachstums das die Phosphat und Nitratwerte reduziert. Was die Koi da für Wachstumsraten an den Tag legen, brauche ich ja nicht zu beschreiben.
Da wir in unseren Teichen von solchen Bedingungen meilenweit Entfernt sind, müssen wir zu Hilfsmitteln wie Filter, WW, oder auch Ozon, um nur einige zu nennen greifen.
Ozon hat nun mal die Eigenschaft, alle organischen Stoffe die damit in Berührung kommen, zu oxidieren ähnlich wie Chlor. Allerdings ist eine ausreichende Kontaktzeit dabei wichtig.
Das bedeutet, das wir in Teichen in denen Ozon eingesetzt wird, mit Sicherheit ein weniger belastetes Wasser für unsere Fische zur Verfügung haben. Und somit dürften die Koi wenn die Anderen oben genanten Faktoren hinzukommen besser Wachsen.
Im Umkehrschluss bedeutet das, in Teichen in denen zu viele Fische auf zu wenig Wasser gehalten werden, in denen die Temperatur im Jahresmittel zu niedrig ist, die zu wenig oder zu viel (Wasserbelastung) Futter bekommen und in denen kein oder kaum WW gemacht wird, die Koi gar nicht oder sehr langsam wachsen. Je nach Verschmutzungsgrad.

Sauerstoff

Der Sauerstoffgehalt , ist einer der wichtigsten Faktoren für das funktionieren des Filters und des Teichs. Ohne Sauerstoff (fast) kein Leben. Ein mit Sauerstoff möglichst gesättigtes Wasser ist lebenswichtig für alle Bewohner des Gartenteiches, dazu gehören auch die Bakterien.
Unsere Atemluft enthält etwa 21% Sauerstoff, wogegen im Wasser selten mehr als 12 mg/l zu finden sind. 8mg/l sind für unsere Teiche ausreichend, unter 5mg/l wird es für die Teichlebewesen kritisch.
Der Sauerstoffgehalt ist von vielen Faktoren abhängig, so löst sich der Sauerstoff in kaltem Wasser besser als in Warmen. Auch Tag und Nacht spielen eine Rolle, da Pflanzen durch Ihre Photosynthese am Tage Sauerstoff produzieren und Nachts ihn verbrauchen.
Es gibt mehrere Möglichkeiten Sauerstoff in den Gartenteich einzubringen. Durch den Eintrag von Luftsauerstoff, z. B. über pumpenbetriebene Bachläufe, Wasserfälle, Venturidüsen, Abschäumer, oder Membranpumpen mit Ausströmersteinen. Wobei die Pumpen 24 Stunden durchlaufen sollten.
Eine weitere ist der Anschluss eines Sauerstoffkonzentrators, wie er in der Medizin verwendet wird. Damit lassen sich Sättigungen von über 100% erreichen.

Lehmpulver als Wasserverbesserer

Es gibt viele Mittelchen zu kaufen, die man in den Teich kippen kann.
Die Vielfalt ist unüberschaubar und von völlig nutzlos bis gefährlich ist alles käuflich.

Erfahrene Koihalter schwören auf Montmorillonit (Tonerde).

Die riesige Oberfläche der feinen Partikel kann viele Stoffe binden (Ein Gramm hat 400 - 600 m² Oberfläche)
Koi und Goldfischzüchter auf der ganzen Welt züchten ihre Fische auf solchen Lehmböden ohne Filterung.
Der lose Mulm wird einfach abgesaugt und alle darin gebundenen Schadstoffe entfernt. Die Minerale der Tonerde verbessern das Aussehen der Koi erheblich.
Die Farben werden klarer und die so wichtige Schleimhaut regeneriert sich.
Das Weiß der Koi bekommt diesen schönen Perlmuttglanz.
Die riesige Oberfläche ist auch bei dem Entfernen von Stoffen aus dem Wasser hilfreich.
Durch die Adhäsionskraft der Partikel wird vieles gebunden, um dann mit den anderen Sedimenten aus dem System entfernt zu werden (Absetzkammer, Vortex und/oder über die Bodenabläufe der Filterkammern).

Nach der Zugabe von Montmorillonit ist das Wasser zunächst stark getrübt. Bei richtig dimensionierten Filteranlagen und guten Wasserdurchsatz ist das Wasser nach 24 Stunden wieder klar.
Die Anwendung von Montmorillonit (Tonerde)
Die wöchentliche Ration wird in eine Gießkanne mit Wasser getan. Dann kann das Montmorillonit eine Woche lang quellen.
Dosierung im Sommer: 1x wöchentlich - 100 Gramm Tonerde auf 10.000 Liter Teichwasser.
Dosierung im Winter: 1x monatlich - 50 Gramm Tonerde auf 10.000 Liter Teichwasser.

 

Autor

 

D. Wehrle

www.koiforum.bboard.de

 

 

 

 

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